Ausstellung
 

           Lesungen · Filme

 

                   Schirmherrschaft: UNESCO SLowakei

Slowakische Kulturtage -
€uropäische Gedanken
Der Boxer und der Tod

Im Rahmen der Kulturtage

„Kunst soll Zeichen setzen“

laden wir Sie herzlich nach
Wiesbaden ein:

So 8.10. 15.30 OmU Slowakische Neue Welle der 1960er

DER BOXER UND DER TOD (Boxer a Smrť) Regie: Peter Solan, ČSSR 1962, 112 min, Blu-Ray, OmU, FSK: ab 12, mit Stefan Kvietik, Manfred Krug, Valentina Thielová

Murnau-Filmtheater im Deutschen Filmhaus (gegenüber Kulturzentrum Schlachthof), Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden Tel. 0611-97708-41 filmtheater@murnau-stiftung.de

Eintritt: 7€ / 6€ ermäßigt für Kinder, Studierende, Auszubildende, Rentner und Schwerbehinderte

Die Slowakische Neue Welle der 1960er

Im Rahmen der Kulturtage „Kunst soll Zeichen setzen“ finden die Slowakischen Filmtage in Kooperation mit dem Slowakischen Filminstitut sowie Imrich Donath, Honorarkonsul der Slowakischen Republik statt. Die MURNAU STIFTUNG präsentiert in Wiesbaden ab Oktober eine Filmreihe zur Slowakische Neue Welle der 1960er.

Die Tschechoslowakische Neue Welle gehört zu den wichtigsten Erneuerungsbewegungen im europäischen Kino der 1960er Jahre. Die vorübergehende Aufhebung der Zensur ermöglichte es den Filmemachern, gesellschaftskritische Stoffe aufzugreifen. Beeinflusst von Bewegungen wie der Nouvelle Vogue und dem italienischen Neorealismus entstanden stilistisch sehr unterschiedliche Werke, denen ihre große Experimentierfreudigkeit gemein ist. Vor allem die tschechischen Regisseure wie Miloš Forman oder Jiří Menzel wurden international bekannt. Unsere Reihe würdigt hingegen die slowakischen Beiträge von u.a. Peter Solan, Štefan Uher oder Juraj Jakubisko. 1962 entstanden in der Slowakei drei außergewöhnliche Filme, die das slowakische Kino nicht nur in der Tschechoslowakei sondern auch international bekannt machten. Einer davon ist das Drama DER BOXER UND DER TOD. Die internationale Besetzung des Films bestand aus dem damals 28jährigen slowakischen Schauspieler Štefan Kvietik, Valentina Thielová und Jindřich Narenta aus Tschechien, Manfred Krug, Gerhard Rachold und Edwin Marian aus Deutschland und Józef Kondrat aus Polen. Zum ersten Todestag des Schauspielers Manfred Krug, der dieses Jahr im Oktober 80 Jahre alt geworden wäre, beginnen wir unsere Reihe mit dem Spielfilm DER BOXER UND DER TOD mit dem damals noch jungen Krug in einer seiner besten Rollen.

So 8.10. 15.30 OmU Slowakische Neue Welle der 1960er
DER BOXER UND DER TOD (Boxer a smrť)

In einem Konzentrationslager kämpft der slowakische Amateurboxer Ján Komínek ums nackte Überleben. Er soll wegen eines Fluchtversuchs hingerichtet werden, doch Lagerkommandant Kraft, selbst einst Boxer, zeigt sich gnädig, weil er Komínek braucht – als Sparringspartner. Komíneks Dilemma: Wie lange erträgt er es, als lebender Sandsack missbraucht zu werden, und was passiert, wenn er den Kommandanten im Kampf besiegt? Der Horror ständiger Lebensbedrohung bildet den Hintergrund eines klugen und intensiven Films, der mit großem Gespür für Sprache und Tongestaltung arbeitet.

DER BOXER UND DER TOD basiert auf einer Kurzgeschichte des polnischen Schriftstellers und Dramaturgen Józef Hen, die 1964 auf Deutsch und 1958 in tschechischer Übersetzung erschienen war. Trotz des Verbots, das Pavol Dubovský, der Leiter der slowakischen Filmbehörde, im August 1959 ausgesprochen hatte, gab die Kunstbehörde das Drehbuch für den Film frei. Dennoch sollten noch mehr als zwei Jahre vergehen, bevor die Dreharbeiten überhaupt beginnen konnten. Die polnische Filmemacherin Wanda Jakubowska, die selbst in Auschwitz war und ihre Erlebnisse in ihrem Film DIE LETZTE ETAPPE (Ostatni etap, 1947) verarbeitet hatte, sollte ursprünglich die Produktionsvorbereitungen betreuen. Der Plan scheiterte allerdings wegen unterschiedlicher Ansichten darüber, wie mit dem sensiblen Thema umzugehen wäre. Der Autor der Vorlage, Józef Hen, Drehbuchautor Tibor Vichta und Regisseur Peter Solan schrieben acht leicht unterschiedliche Fassungen des Drehbuchs. Gedreht wurde vor Ort in einem ehemaligen jüdischen Arbeitslager nahe der slowakischen Stadt Nováky. Das Lager wurde 1941 errichtet und hatte 1.200 bis 1.800 Häftlinge. Die internationale Besetzung des Films bestand aus dem damals 28-jährigen slowakischen Schauspieler Štefan Kvietik, der neben Valentina Thielová und Jindřich Narenta aus Tschechien, Manfred Krug, Gerhard Rachold und Edwin Marian aus Deutschland und Józef Kondrat aus Polen zu sehen ist. DER BOXER UND DER TOD wurde zum erfolgreichsten Film des Jahres und gewann nicht nur nationale Preise, sondern auch einen Carl-Foreman- und einen Darius-Milhaud- Preis für Wiliam Bukovýs Musik auf dem Internationalen Filmfestival in San Francisco. Der Schauspieler Štefan Kvietik erhielt 1963 außerdem den Trilobit, einen renommierten nationalen Filmpreis, für seine “tief bewegende und präzise Darstellung seiner Figuren in DER BOXER UND DER TOD und KRÄHEN ZIEHEN VORÜBER.

Eine Filmreihe in Kooperation mit den Slowakischen Filmtagen, dem Slowakischen Filminstitut sowie Herrn Imrich Donath, Honorarkonsul der Slowakischen Republik.