Ausstellung
 

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                   Schirmherrschaft: UNESCO SLowakei

Slowakische Kulturtage -
€uropäische Gedanken
Eine winzige Träne

30. November 2017 um 20.00 Uhr in Semper Zwei

Dauer: Ca. 2 Stunden, eine Pause

Zusammenfassung:

»Maličká slzička« – »Eine winzige Träne« heißt ein Evergreen, den der slowakische Komponist und Pianist Karol Elbert während des Zweiten Weltkriegs schrieb. Nur wenig später wurde er als Jude verhaftet und nach Auschwitz deportiert, überlebte mehrere Konzentrationslager und wurde schließlich 1945 befreit. Nach seiner Freilassung kehrte er zur Musik zurück und konnte ein neues Leben beginnen – anders als zahlreiche Musiker, deren Lebensenergie im Bemühen um das Überleben verbraucht waren. Im Rahmen der Wiederaufnahme von Viktor Ullmanns »Der Kaiser von Atlantis« in Semper Zwei widmet sich der Abend schlaglichtartig slowakischen Künstlern, die in Dresden wirkten und die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft Opfer der Verfolgung und zum Teil Ermordung durch die Nationalsozialisten wurden. In ihrer lange Zeit verstummten Musik fanden Grauen und Angst keinen Platz, vielmehr sprüht sie vor schwärmerischer Sehnsucht und Heiterkeit. So erklingen neben Kompositionen von Karol Elbert u.a. Werke von Josef Weiss, Arthur Chitz, Siegfried Sonnenschein und Richard Engländer, deren künstlerische Wege als Pianisten, Komponisten und Dirigenten auch an die Dresdner Staatstheater führten.

Durch das Programm leitet Musikwissenschaftlerin Dr. Agata Schindler, die für die Semperoper bereits den Theresienstädter Konzertabend konzipiert hat und deren Buch »Eine winzige Träne. Der verheerende Einfluss des Nationalsozialismus auf das Leben von Musikern in Mitteleuropa« (2016),  herausgegeben vom Musikzentrum (Hudobné centrum) in Bratislava, dem Abend zugrunde liegt.

Im zweiten Teil des Programms weitet sich der Blick auf internationale Komponisten an unterschiedlichsten Wirkungsstätten. Unter dem Titel »Ihre Heimat ist die Musik« führt eine Zeitreise in die Welt jüdischer Musik und Texte aus den 1920er Jahren bis heute, von Deutschland, Österreich und Osteuropa  über Amerika und Kanada bis nach Israel. In bekannten wie auch überraschenden Schlagern, Arien, Weltmusik und virtuosem Klavierspiel erinnert das Programm an die großen jüdischen Komponisten und Texter. Simone Hofmann berichtet dazu über das Leben und Wirken von Werner-Richard Heymann, Paul Aron, Chaim Towber, Leonard Cohen, Fritz Löhner-Beda, Robert Liebmann und vielen anderen. Lassen Sie sich von dieser fabelhaften Mischung aus Text und Musik mit auf eine Reise nehmen in eine Welt, die so zum Teil nicht mehr existiert, aber immer die Heimat dieser einzigartigen Künstler bleiben wird.

Das Projekt wird initiiert und gefördert von Imrich Donath, Honorarkonsul der Slowakei für das Bundesland Hessen.

Zusatzprogramm zur Wiederaufnahme von »Der Kaiser von Atlantis« 

Musikalische Leitung Johannes Wulff-Woesten

Gesang Alexandra Bentz
Gebet und Gesang Benjamin Maroko
Piano Anna Kuperschmidt
Moderation und Rezitation Simone Hofmann